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Unregelmäßige Verben

Unregelmäßige Verben

 

Hier finden Sie in alphabetischer Reihenfolge jene 20 unregelmäßigen Verben aufgelistet, die in der »Zwiebelfisch«-Geschichte von Cäsars Kampf gegen die Verbier falsch gebraucht wurden.

besinnen: Das reflexive Verb »besinnen« wird unregelmäßig gebeugt: ich besinne mich; er besann sich eines Besseren; wir haben uns besonnen und eine andere Lösung gefunden.

bewegen: Das reflexive Verb wird regelmäßig gebeugt: bewegen, bewegte, bewegt; ich bewegte zuerst den linken Arm, dann den rechten; deine Geschichte hat mich sehr bewegt.

Das transitive Verb in der Bedeutung »veranlassen« wird unregelmäßig gebeugt: bewegen, bewog,

bewegen; sein Vater bewog ihn, eine Kaufmannslehre zu machen. Was hat ihn zu einem solchen Schritt bewogen?

drängen/dringen: Das transitive Verb »drängen« wird regelmäßig gebeugt, drängen, drängte, gedrängt; die Zeit drängt; er drängte sie, zum Ende zu kommen; wir wurden in die Ecke gedrängt.

Das intransitive Verb »dringen« wird unregelmäßig gebeugt: dringen, drang, gedrungen; das Wasser dringt durch alle Ritzen, ihr Hilferuf drang bis ins Nachbarhaus; Amors Pfeil war ihm tief ins Herz gedrungen.

erbleichen: Das Verb in der Bedeutung »blass werden« wird heute üblicherweise regelmäßig gebeugt (erbleichen, erbleichte, erbleicht); die unregelmäßige Konjugation (erblich, erb­lichen) ist veraltet.

erlöschen: Das intransitive Verb »erlöschen« wird unregelmäßig gebeugt: die Flamme erlischt; das Feuer erlosch; die Lichter sind erloschen. Das transitive Verb »löschen« wird regelmäßig gebeugt: du löschst deinen Durst; die Feuerwehr löschte den Brand; die Lichter wurden gelöscht.

erschrecken: Das transitive Verb »jemanden erschrecken« wird regelmäßig gebeugt und im Perfekt mit »haben« konjugiert: ich erschrecke dich, du erschreckst mich, die Nachricht erschreckte die Zuhörer, du hast mich ganz schön erschreckt!

Das intransitive Verb »erschrecken« wird unregelmäßig gebeugt und im Perfekt mit »sein« konju­giert: Sei leise, sonst erschrickt das Reh; als der Tiger den Jäger bemerkte, erschraken beide; beim Anblick des Tieres ist er heftig erschrocken,

Das reflexive Verb »sich erschrecken« gehört der Umgangssprache an und wird sowohl regelmäßig als auch unregelmäßig gebeugt: Ich erschrecke mich bei jedem Donner; ich erschreckte/erschrak mich fast zu Tode; da habe ich mich ganz schön erschreckt/erschrocken!

gleiten: Das Verb »gleiten« wird unregelmäßig gebeugt: gleiten, glitt, geglitten; sein Blick glitt über die Stadt; mühelos war der Esel über das Eis geglitten.

hängen: Das transitive Verb in der Bedeutung »aufhängen« wird regelmäßig gebeugt: ich hänge, ich hängte, ich habe gehängt; ich hängte den Hörer wieder ein; ich habe die Wäsche aufge­hängt.

Das intransitive Verb im Sinne von »baumeln« wird unregelmäßig gebeugt: ich hänge, ich hing, ich habe gehangen; die Fahne hing im Wind; ich hing drei Stunden lang fest; die Wäsche hat auf der Leine gehangen.

hauen: Das Verb »hauen« wird unregelmäßig gebeugt: hauen, hieb, gehauen. Häufiger als »hieb« ist heute die umgangssprachliche Form »haute« gebräuchlich. Das regelmäßig gebeugte Per­fektpartizip »gehaut« ist hingegen mundartlich.

heißen: Das Verb »heißen« wird unregelmäßig gebeugt: heißen, hieß, geheißen. Die Form »gehie­ßen« ist landschaftlich.

preisen: Die Verben »preisen« und »anpreisen« werden unregelmäßig gebeugt: preisen, pries, gepriesen; er pries den Namen des Herrn; gepriesen seist du! Die Aktien wurden angepriesen wie sauer Bier. Das Verb »lobpreisen« wird hingegen regelmäßig gebeugt: Er lobpreiste den Namen des Herrn; sein Werk wurde gelobpreist.

quellen: Das intransitive Verb »quellen« wird unregelmäßig gebeugt: quellen, quoll, gequollen; das Wasser quillt über; der Teig quoll auf; aus seinen Augen sind dicke Tränen gequollen.

Das transitive Verb »quellen« in der Bedeutung »etwas im Wasser weich werden lassen« wird regelmäßig gebeugt: quellen, quellte, gequellt; ich quellte das Brötchen in Milch; hast du den Reis gequellt?

saugen: Das alte Verb »saugen« wird unregelmäßig gebeugt: saugen, sog, gesogen; das Ferkel sog begierig an der Mutterbrust; er sog die Luft ein; als Kinder haben wir Cola immer durch den Strohhalm gesogen. Das neuere Verb »saugen« im technischen Sinne wird regelmäßig gebeugt: saugen, saugte, gesaugt; ich saugte Staub; Mutter hat Staub gesaugt.

schleifen: Das Verb »schleifen« im Sinne von »glatt oder scharf machen« wird unregelmäßig gebeugt: schleifen, schliff, geschliffen; er schliff die Sense; das Messer \vurde geschliffen; ein geschliffener Diamant.

Das Verb »schleifen« in der Bedeutung »einebnen« wird hingegen regelmäßig gebeugt: schleifen, schleifte, geschleift; die Römer schleiften die Befestigungsanlage; die Mauern der Stadt wurden geschleift. Auch »schleifen« im Sinne von »hinter sich herziehen« wird regelmäßig gebeugt: Der Mörder schleifte sein Opfer bis zur Brücke; ich habe den Koffer die ganze Strecke hinter mir her geschleift.

senden: Das Verb »senden« in der Bedeutung »schicken« wird unregelmäßig gebeugt: Er sandte einen Boten; die Engel waren vom Himmel gesandt worden. Vielen Dank für die Blumen, die du mir gesandt hast. Das jüngere Verb »senden« in der Bedeutung »ausstrahlen« wird regelmäßig gebeugt; Der Fernsehkanal sendete plötzlich nur noch Wiederholungen; der Funkspruch ist längst gesendet worden.

verdingen: Das Verb »verdingen« wird regelmäßig gebeugt: verdingen, verdingte, verdingt; er hatte sich als Hilfsarbeiter verdingt; der Lord verdingte mehrere Knaben aus der Umgebung als Lakaien.

Das präfixlose Verb »dingen« wird im Perfekt zu »gedungen«: ein gedungener Mörder.

wenden: Das reflexive Verb »wenden« wird unregelmäßig gebeugt: er wandte sich um; die Hilfesu­chenden hatten sich an die Polizei gewandt. Das transitive Verb »wenden« wird regelmäßig gebeugt: Der Chauffeur wendete den Wagen vor dem Haus; das Fleisch muss in der Pfanne mehrmals gewendet werden.

winken: Das Verb »winken« wird immer regelmäßig gebeugt: ich winke, ich winkte, ich habe gewinkt. Die Form »gewunken« ist mundartlich und gilt nicht als standardsprachlich.

wohlgesinnt: Obwohl das reflexive Verb »besinnen« zu »besann« und »besonnen« wird, heißt das Adjektiv »wohlgesinnt«. Die Form »wohlgesonnen« ist standardsprachlich nicht korrekt.

 

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