Das Verb
Das Verb bezeichnet eine Tätigkeit, ein Geschehen oder einen Zustand.
Das Verb heißt auch Tätigkeitswort, Tunwort, Zeitwort.
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Das Verb besteht aus Wortstamm und Wortendung. Oft hat es noch eine Vorsilbe.
mit - komm - en
Vorsilbe Stamm Endung
Die Vorsilbe steht oft als Verbzusatz nach dem Verb: Er kam auch mit.
Die Nachsilbe verändert sich beim Konjugieren des Verbs. Ich komme. Du kommst. Er kommt.
Man kann das Verb konjugieren:
Person
EINZAHL
MEHRZAHL
1. Person (sprechende Person)
2. Person (angesprochene Person)
3. Person (besprochene Person)
ich komme
du kommst
er kommt
wir kommen
ihr kommt
sie kommen
Man kann das Verb in verschiedene Zeiten setzen:
Präsens: Ich komme nach Hause. Einfache Zeitform
Perfekt: Ich bin eben erst gekommen. Zusammengesetzte Zeitform
Präteritum (=Imperfekt) Er kam zu spät zur Schule. Einfache Zeitform
Plusquamperfekt: Sie war noch nicht gekommen. Zusammengesetzte Zeitform
Futur(um): Wann wirst du endlich kommen? Zusammengesetzte Zeitform
Futur II: Sie werden dann schon gekommen sein. Zusammengesetzte Zeitform
(Das Futur II wird auch Futurum exactum genannt. Es ist eine seltene Form)
Personalform
Stamm
Endung
Zahl
Zeit
strittst
gehst
sieht
macht
fuhr
*kommen
*fielen
lagt
stritt
................
-st
... ...........
2
Einz.
....
.............
Präteritum
*mehrere Möglichkeiten
Verb
Verben sind so genannte Tätigkeits- bzw. Zeitwörter. Man unterscheidet einerseits zwischen starken und schwachen Verben - die starken ändern u.a. in den verschiedenen Zeiten ihren Stammvokal und enden im Partizip II auf "-en" - und andererseits zwischen VOLL-, MODAL- und HILFSverben.
Beispiel für ein schwaches Verb:
"ich arbeite, ich arbeitete, ich habe gearbeitet"
Beispiel für ein starkes Verb:
"ich finde, ich fand, ich habe gefunden"
Beispiele für Vollverben:
"arbeiten", "finden", "schreiben", "rennen"
Hilfsverben: "sein", "haben", "werden"
Modalverben: "sollen", "mögen", "dürfen", "müssen", "können", "wollen"
Die finiten VERBFORMEN bilden den Prädikatskern, während die infiniten VERBFORMEN bei den zusammengesetzten Tempora, dem Passiv und modalen Konstruktionen als unbestimmte Prädikatsteile auftreten. Beispiel:
"Ich habe gegessen", "er wird essen", "du musst essen",
Manche Verben ziehen Ergänzungen nach sich, die in bestimmten Kasus stehen müssen. In diesem Sinne sind Verben auch fallbestimmend:
Ich KAUFE [-was?-] ein Auto (Akk.O) [ -wem?-] dir (Dat.O).
Verben zählen zu den flektierbaren, nicht aber deklinierbaren Wörtern, dagegen sind Verben konjugierbar
Finite und infinite Formen
Finite Formen: Es handelt sich um gebeugte, also bestimmte Verbformen. Anderer Ausdruck: Personalformen des Verbs. Der Form fährt z. B. kann man entnehmen, dass es sich um einen Ausdruck im Präsens, in der 3. Person Singular handelt, ohne dass ein Personalpronomen voransteht. Bei anderen Formen ist das schwieriger, z. B bei arbeitet: Hier könnte auch die 2. Person Plural gemeint sein.
Infinite Formen: Es gibt im Deutschen nur drei infinite, d. h. unbestimmte Verbformen: den Infinitiv (fahren, arbeiten) [Grundform], das Partizip I (fahrend, arbeitend), und das Partizip II (gefahren, gearbeitet).
Diesen Formen sieht man nicht an, wie viele Personen davon betroffen sind, in welcher Zeit das Verb steht oder ob Aktiv oder Passiv vorliegt:
Ich habe gegessen. Sie hatten gegessen.
Es wurde gegessen. Es wird gegessen.
Wir werden essen. Ihr solltet essen.
Das Kind war schlafend. Sie ist schlafend.
ewelina889